Ayurveda bei Diabetes

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Morgen ist der Internationale Diabetes-Tag. Wusstet ihr nicht? Ich auch nicht. Aber das macht nichts, denn es ist trotzdem ein toller Anlass, um sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Diabetes als Volkskrankheit

Laut der Deutschen Diabetesgesellschaft sind 6,7 Millionen Deutsche von Diabetes betroffen. Etwa 2 Millionen davon wissen noch nichts von ihrer Krankheit. Das ist eine ziemlich hohe Zahl, wenn man bedenkt, wie viele Einwohner Deutschland hat. Das Erschreckende daran ist, dass es immer mehr Menschen betrifft und die Erkrankten immer jünger werden.

Was ist eigentlich Diabetes?

Den Begriff „Zuckerkrankheit“ hat sicher jeder schon mal gehört. Grund ist der Blutzucker, um den sich alles dreht. Generell ist Diabetes eine chronische Stoffwechselkrankheit. Man unterscheidet zwischen Typ 1 und Typ 2.

Diabetes Typ 1 — Der Insulinmangel

Beim Typ 1 ist der Grund für die Erkrankung ein Mangel an Insulin. Dieses Hormon stellt unsere Bauchspeicheldrüse her. Es hat die Aufgabe, unseren Blutzucker niedrig zu halten, indem es die Glukose (also den Blutzucker) aus dem Blut in die Zellen weitertransportiert. In den Zellen wird sie dann zu Energie umgewandelt. Bei der Typ-1-Diabetes fehlt es an Insulin, weshalb die Glukose nicht aus dem Blut geleitet werden kann. Die Zellen, die normalerweise das Insulin erzeugen würden, werden vom Körper als Feind identifiziert und vom Immunsystem angegriffen wie z.B. Grippeviren. Der Blutzucker steigt immer weiter, und der Erkrankte wird immer kraftloser, weil ihm keine Energie aus Zucker zur Verfügung steht. Zum Glück ist diese Form der Diabetes nicht allzu weit verbreitet. Nur 5% aller Diabetes-Fälle sind vom Typ 1. Dafür ist diese Art auch nicht heilbar und tritt meistens direkt im Kindesalter auf. Erkrankte müssen ein ganzes Leben Insulin spritzen. Echt blöde Sache…

Diabetes Typ 2 — Die Insulin-Resistenz

Den Typ 2 der Diabeteserkrankung gibt es viel häufiger in Deutschland. Verursacht wird sie meist durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht, denn die Entstehung ist eine andere als beim Typ 1. Während dort die Bauchspeicheldrüse von vornherein kein oder zu wenig Insulin produziert, macht sie beim Typ-2-Diabetiker schon noch ihren Job. Ganz gut sogar: Die schüttet Insulin aus ohne Ende, um der Zuckermassen Herr zu werden, die der Erkrankte in sich hineinfuttert. Allerdings spricht der Körper nicht besonders gut auf Insulinmoleküle an. Sie werden nicht mehr als solche erkannt. Das weiß aber die Bauchspeicheldrüse nicht und wie ein Muskel, der irgendwann zusammenbricht, hält sie diesem Stress nicht mehr stand. Sie gibt auf. Ein ziemlich doofer Teufelskreis. Das Gute ist: Typ-2-Diabetes ist heilbar, wenn sie früh genug erkannt wird. Und, wenn der Patient gewillt ist, an seinem Lebensstil etwas zu ändern.

Aber es gibt doch Tabletten!

Richtig. Am Anfang verschreibt der Arzt noch Tabletten. Sogenannte Antidiabetika. Sie hemmen u.a. die Glukoseproduktion der Leber und senken damit den Blutzuckergehalt im Blut. Das funktioniert zu Beginn auch ganz gut — und ist nach dem Erkennen der Krankheit auch meistens notwendig — aber in der Regel muss die Dosis immer weiter erhöht werden, um noch einen Effekt zu erzielen, wenn der Erkrankte nichts an seiner Ernährung und seinem Bewegungsverhalten ändert. Irgendwann ist es soweit, dass auch ein Typ-2-Diabetiker spritzen muss. Ab da wird es dann mit der „Rettung“ schon schwieriger.

Was kann man denn da machen?

Die Ernährungsumstellung ist das A und O. Natürlich ist auch eine ausreichende Bewegung wichtig, um den Kreislauf und Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen, und die Gewichtsabnahme zu unterstützen. Wenn aber weiterhin ständig Zucker in den Stoffwechsel gepumpt werden, hilft das beste Jogging-Programm nichts.

Wichtig ist es hier, Kapha zu reduzieren. Kapha ist geprägt von Schwere und die gilt es zu beseitigen. Das schafft man am besten, indem man alle schweren Lebensmittel weglässt, oder zumindest stark reduziert. Dazu gehören: Fleisch, Fertigprodukte, Limonaden und andere zuckerhaltige Getränke, Milchprodukte, Alkohol und viele Obstsorten. Ja richtig, auch Obst ist nicht so gut, da es viel Zucker enthält.

Was darf man denn überhaupt noch essen?

Viel Gemüse zum Beispiel! Bei Gemüsen ist eigentlich alles erlaubt, besonders bittere und adstringierende Sorten wie Kohl, Brokkoli, grüne Blattgemüse und Spargel. Wurzelgemüse wie Möhren und Kartoffeln sollten sparsamer verwendet werden, da sie eher süß sind. Als Getreidebeilage oder für’s morgendliche Frühstück sind Basmatireis und Gerste zu empfehlen. Sie belasten die Verdauung nicht und haben teilweise entwässernde Eigenschaften.

Und wie soll man ohne Fleisch und Käse leben?

Mittlerweile gibt es super vegetarische bzw. vegane Alternativen. Wer Soja gut verträgt, kann auf Tofu zurückgreifen. Wenn der gut gewürzt ist, schmeckt das richtig gut! Hülsenfrüchte sind immer eine gute Wahl, wie Kichererbsen und Linsen. Die machen satt und halten den Blutzucker niedrig. Inzwischen gibt es auch tolle Kichererbsen- und Linsen-Nudeln. Die schmecken gar nicht schlecht und sind eine super Alternative zu normalen Weizennudeln.

Ist Diabetes denn heilbar?

Jein. Typ-1-Diabetes ist nicht heilbar, allerdings kann man mit den oben genannten Maßnahmen trotzdem eine Steigerung der Lebensqualität erreichen und die Symptome lindern. Und beim Typ 2 kann man sehr viel erreichen. Wenn rechtzeitig gehandelt wird, ist die Erkrankung sogar heilbar. Eine tolle Story dazu ist die von Siegfried Kogelfranz, der seine Diabeteserkrankung mit Ayurveda in den Griff bekam. Hier ein interessanter Artikel dazu.

Ansonsten braucht man sich nicht verrückt zu machen, wenn man hin und wieder zu Schoki, Gummibärchen und Pizza greift. So eine Krankheit entwickelt sich meist über Jahre mit einer falschen Ernährungs- und Lebensweise. Schaut einfach, dass ihr euch gesund und ausgewogen ernährt — am besten typgerecht nach eurem Dosha — dann solltet ihr von solchen Krankheiten auch verschont bleiben.

In diesem Sinne: Bleibt gesund!

Eure

Sylvia

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