Gute Vorsätze — wie es gelingt

Vorsätze und wie man sie einhält

Es ist mal wieder soweit – das alte Jahr ist vorbei und wir blicken hoffnungsvoll auf neue 365 Tage, in denen wir die Welt verändern können. Die meisten von uns nehmen sich etwas vor. Die typischen „Guten Vorsätze“ eben. Die einen wollen ein paar Kilos verlieren, die nächsten mit dem Rauchen aufhören und wieder andere wollen öfter das Haus verlassen, statt die Abende gemütlich in der Komfortzone (Couch) zu verbringen.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Letztendlich sind die meisten dieser Dinge, die wir verändern wollen, ungeliebte Gewohnheiten. Wir halten an ihnen fest, denn sie geben uns ein wohliges Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Auch wenn wir ganz genau wissen, dass einige dieser Laster uns nicht guttun – sie machen uns das Leben einfacher. Sie gehen uns in Leib und Seele über, da sie irgendwann automatisiert ablaufen wie Zähne putzen oder Schnürsenkel binden.

Was uns das Leben leicht macht, geben wir nicht gern her. Sei es das ungesunde Fertigessen oder die beruhigende Zigarette an einem anstrengenden Tag. Wenn wir aber den Entschluss gefasst haben, etwas ändern zu wollen, ist das bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.

Worauf es ankommt

Wenn wir Gewohnheiten ändern möchten, brauchen wir Motivation. Im besten Fall die eigene Einsicht, dass das, was wir loswerden wollen, nicht gut für uns ist. Dieser Antrieb kann auch von außen kommen (die sogenannte „extrinsische Motivation“). Der Partner, der anmerkt, dass man doch mal wieder ins Kino gehen könnte statt vor Netflix zu hängen oder der Arzt, der einem rät, ein paar Kilos abznehmen. Wichtig dabei ist aber der eigene Wunsch, etwas zu verändern. Daraus wächst der Wille, und den brauchen wir zur Veränderung.

Die größten Fehler, warum es nicht klappt

So sehr man etwas ändern will – man kann sich auch selbst Steine in den Weg legen. Hier die wohl größten Fehler:

Etwas zu schnell wollen

Beispiel: „Ich esse ab sofort nie wieder Schokolade!“
Warum es nicht funktioniert: Der Körper ist an den Reiz gewöhnt. Gerade Zucker, Nikotin und Alkohol haben eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Das weiß auch unser Körper und er weiß, dass er diese Befriedigung bekommt, wenn es ihm schlecht geht. Das heißt, selbst wenn unser Kopf „nein“ zu Schokolade sagt, ist unser Körper noch lange nicht bereit für einen Kaltentzug. Sich selbst zu malträtieren sorgt nur dafür, dass wir einknicken.

Zu viel auf einmal wollen

Beispiel: „Ich esse nur noch gesund und mache drei Mal die Woche Sport.“
Warum es nicht funktioniert: Toller Vorsatz, allerdings ist auch hier Enttäuschung vorprogrammiert. Der eigentliche Sportmuffel beginnt mit dem Sport. Er übertreibt im Eifer des Gefechts. Furchtbarer Muskelkater stellt sich ein. Leider hält er bis zum nächsten Sporttag an, sodass man wohl aussetzen muss. Frust macht sich breit. Man greift zu Schoki oder Pizza, denn das tröstet. Noch mehr Frust, weil man nicht durchgehalten hat. Jetzt ist es auch egal.

Zur falschen Zeit beginnen

Beispiel: „Nach Weihnachten bzw. am 1. Januar fange ich an!“
Warum es nicht funktioniert: Eigentlich ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Man hat haufenweise Leckereien zu Hause, jeder bringt noch etwas mit ins Büro nach Weihnachten und überall lauern „Gefahren“. Außerdem ist das Verdauungsfeuer im Winter recht aktiv und es ist automatisch etwas mehr Hunger vorhanden als sonst. Auch in stressigen Zeiten sollte man nicht mit so einem Vorhaben beginnen. Das setzt zusätzlich unter Stress.

Gute Vorsätze nach Ayurveda

Auch im Ayurveda kennt man eine Methode, um alte Gewohnheiten loszuwerden und die neuen Vorsätze umzusetzen. Hierfür braucht man 7 Tage. Hier am Beispiel von jemanden, der mit dem Rauchen aufhören möchte:

Zunächst notiert man sich, wie viele Zigaretten am Tag geraucht werden. Sagen wir, es sind 20 Zigaretten.

Am ersten Tag wird die schlechte Gewohnheit zu einem Viertel aufgegeben und zu drei Vierteln beibehalten. Statt 20 Zigaretten werden nur noch 15 geraucht. Gleichzeitig wird ein Viertel einer guten Gewohnheit aufgenommen, um das Schlechte zu kompensieren. Das könnte zum Beispiel eine Viertelstunde Spazierengehen sein.

Am zweiten Tag wird die schlechte Gewohnheit zur Hälfte abgelegt und die gute Gewohnheit zur Hälfte ersetzt. Das bedeuten, zehn Zigaretten zu rauchen und eine halbe Stunde spazieren zu gehen.

Am dritten Tag wird es wie am zweiten Tag gemacht.

Am vierten Tag wird die schlechte Gewohnheit zu drei Vierteln aufgegeben und die gesunde zu drei Vierteln ersetzt. Das heißt im Beispiel fünf Zigaretten und eine dreiviertel Stunde Sport.

Am fünften und sechsten Tag wird es wie am vierten Tag gemacht.

Am siebten Tag wird die ungesunde Gewohnheit dann vollständig aufgegeben und die neue Gewohnheit vollständig übernommen. Also keine Zigaretten mehr und eine Stunde Spazierengehen am Tag.

So kann es aussehen. Sicherlich ist es nicht für jeden Fall genauso umsetzbar. Allerdings ist es eine gute Möglichkeit, um sein Vorhaben umzusetzen. Wichtig ist, nicht nur die schlechte Gewohnheit abzustellen, sondern – wie im Beispiel – sie mit einer guten Gewohnheit zu kompensieren.
Und nehmt euch lieber mehr Tage Zeit und sucht euch einen geeigneten Zeitpunkt dafür aus. So fällt es euch leichter und ihr seid nicht frustriert, wenn es nicht klappt.

Viel Erfolg bei eurem Vorhaben und alles Liebe im neuen Jahr!

Eure
Sylvia

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