Wer oder was ist eigentlich dieses Agni?

Agni die brennende Flamme

Verdauung ist das zentrale Thema im Ayurveda. Sie ist das wichtigste überhaupt. Um gut verdauen zu können, brauchen wir ein starkes Verdauungsfeuer. Verdauungsfeuer? Ja, genau. I proudly present: Agni!

Was für’n Feuer?

Einige Male habe ich den Begriff hier ja schon benutzt. Aber was ist das eigentlich genau? Agni ist Sanskrit und bedeutet Feuer. Im Ayurveda geht es genauer gesagt um das Verdauungsfeuer. Es mag vielleicht komisch klingen, aber das Verbrennen der Nahrung ist gar nicht so weit hergeholt. Vom “Brennwert” eines Nahrungsmittels habt ihr schon mal gehört, oder? Es bedeutet nicht anderes, als dass unser Körper die Nahrung, die wir aufnehmen, als Brennstoff nutzt und daraus Energie zaubert.

Die Feuerstelle

Ihr esst zum Beispiel einen Apfel. Der gelangt irgendwann in den Magen und wird dort zersetzt. Weiter im Darm, werden die Nährstoffe zur Verwertung an das Blut übergeben und der Rest… Na, ihr wisst schon. Mal ganz grob mit den rudimentären Kenntnissen aus dem Bio-Unterricht. Im Ayurveda passiert natürlich nichts anderes, nur dass es hier zu einer bildlichen Vorstellung wird. Eine kleine Feuerstelle, die von morgens bis abends vor sich hinköchelt und die aufgenommene Nahrung verarbeitet.

Lodernde Flamme oder zartes Glimmen?

Das Agni ist nicht immer gleich stark. So wie bei einem Lagerfeuer kann auch dem Agni mal die Puste ausgehen, wenn nichts Brennbares nachgeworfen wird. So geht es unserem Körper in den frühen Morgenstunden. In der Nacht gab es nichts zu Essen, also ist das Agni am Morgen eher schwach. Um es in die Gänge zu bringen, sollte man es aber nicht mit gut gemeinten Käsebrötchen und Latte Macchiato überschütten. So wird das eh schon zarte Flämmchen eher erstickt. Also eher etwas Leichtes wie Porridge, gedünstete Früchte oder etwas Milch.

Mittagszeit ist Agni-Zeit

Da unser Feuer mit dem Frühstück etwas zutun bekommen hat, ist es um die Mittagszeit herum am stärksten. Jetzt können auch schwerer verdauliche Lebensmittel gegessen werden. Rohkost und Käse können um diese Zeit besser verdaut werden als morgens oder abends. Dementsprechend sollte auch die Hauptmahlzeit zwischen 10 und 14 Uhr eingenommen werden.

Detox-Time

Abends sollte es eher etwas Leichtes zu Essen geben. Außerdem ist es sinnvoll, nicht später als zwei Stunden vorm Schlafengehen das letzte Mal zu essen. Der Körper soll am Abend zur Ruhe kommen und in der Nacht sein Reinigungsprogramm starten. Wenn Agni aber damit beschäftigt ist, den Döner zu verarbeiten, den man sich noch schnell nach dem Kino geholt hat, bleibt dafür nicht viel Zeit.

Unser Agni sollte also gepflegt werden. Tun wir das nicht, können sich Schlacken absetzen. Die Vedis nennen das Ama. Ama ist im Prinzip unverdaute Nahrung, die im Körper zurückbleibt und irgendwann toxisch wird. So können Krankheiten entstehen, und das wollen wir ja nicht.

Also schaut mal ein bisschen darauf, wie es eurem Agni geht. Brennt das Feuer gerade und braucht Nachschub? Oder glimmt es eher vor sich hin? Bald geht es hier um das Thema Detox. Da ist das Agni ein zentrales Thema. Bis dahin könnt ihr euer Agni zum Beispiel mit dem Power-Tee ein bisschen einheizen. Probiert’s aus!

Alles Liebe

Sylvia

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