Wie Ayurveda funktioniert

vata-pitta-kapha-konstitution

Den Begriff „Ayurveda“ verbinden viele Leute mit Wellness, Massagen und Yoga. Vielleicht denken einige auch an indisches Essen. Doch den meisten, da bin ich mir sicher, sagt dieses Wort überhaupt nichts.

Im ersten Beitrag hatte ich schon einmal angedeutet, dass die alten Hindus die Menschen damals sehr genau beobachtet haben, um herauszufinden, wie sie auf bestimmte Nahrungsmittel und Verhaltensweisen reagieren. Es begann etwa vor 5.000 Jahren, also eine ziemlich intensive Langzeitstudie.

Was kam eigentlich dabei heraus?

Ist euch schon mal aufgefallen, dass Menschen, die eher hager und schmächtig sind, fast immer kalte Hände haben? Und dass Menschen, die eher kräftig gebaut sind (nicht unbedingt übergewichtig), ganz oft gemütlich und träge wirken? Dann gibt es da noch die Selbstbewussten, die kein Wässerchen trüben können — die aber auch schnell mal wütend werden können.

Im Ayurveda unterscheiden wir zwischen drei Energien, aus denen der Körper eines Menschen besteht: Vata, Pitta und Kapha. Jeder von uns hat diese Energien in sich, und wenn wir völlig ausgeglichen sind, sind sie alle im gleichen Verhältnis vorhanden. Das ist aber nur selten der Fall…

Gestört oder nicht gestört, das ist hier die Frage!

Es ist völlig normal, dass man von einer dieser Energien, im Ayurveda „Dosha“ genannt, mehr hat als von den anderen. Die Zusammensetzung der Doshas im Normalzustand entspricht der Konstitution des Menschen. Sie gibt Aufschluss darüber, wie du dich am besten ernähren oder bewegen solltest und wie dein optimaler Tagesablauf aussieht. Sind deine Doshas im Gleichgewicht, solltest du rundum glücklich sein.

Jetzt ist es aber oft so, dass dieses Gleichgewicht gar nicht so leicht zu halten ist. Stress, falsche, nicht typgerechte Ernährung (selbst, wenn sie doch so gesund scheint), zu wenig oder unregelmäßiger Schlaf und der Wechsel der Jahreszeiten können uns ganz schön zu schaffen machen. Reagieren wir nicht darauf, droht eine Störung der Doshas.

Wie kriege ich das mit und was kann ich dagegen tun?

Sind Doshas gestört, merkt man das an vielen verschiedenen Symptomen. Jedes Dosha hat unterschiedliche: Schlafprobleme, kalte Hände und Füße und Gelenkschmerzen werden oft durch Vata-Störungen verursacht; Pittas kämpfen mit Migräne, Sodbrennen und Hautproblemen während Kapha-Konstitutionen zu Verschleimungen, Übergewicht und Energiemangel neigen.

So eine Konstitutionsanalyse kann schon viel über den eigenen Körper verraten. Und wenn man seine Konstitution erstmal kennt, wird man erstaunt sein, wie gut sie zu einem passt, weil man ständig neue Parallelen findet!

Wie kriege ich denn meine Konstitution im Ayurveda heraus?

Am Anfang genügt es, bei Interesse einen Dosha-Test aus dem Internet zu machen. Wenn man Google befragt, findet man einige davon. Ich persönlich finde die meisten nicht besonders gut, da sie häufig Prakriti (deine optimale Konstitution) und Vikriti (deine Dosha-Störungen) zusammenwürfeln.

Um eine erste Idee davon zu bekommen, ist das aber völlig in Ordnung. Wenn man sich damit allerdings ernsthaft beschäftigen möchte, sollte man einen Ayurveda-Berater oder einen Ayurveda-Arzt aufsuchen. Sie testen dich noch viel genauer, damit auch kein Zweifel besteht.

Aber kann ich nicht einfach zum Arzt gehen, wenn ich Sodbrennen habe?

Klar, ab einem gewissen Grad solltest du das auch unbedingt tun. Ein guter Ayurveda-Coach wird dich auch erst unterstützen, wenn du mit einem ernsthaften Problem vorher bereits bei einem „normalen“ Arzt warst. Was allerdings in der westlichen Medizin oft der Fall ist: Medikamente lindern Symptome, bekämpfen aber nicht die Ursache. Ayurveda kann unterstützen, die Ursachen deiner Beschwerden zu minimieren — und manchmal sogar zu heilen.

Und wie fang ich am besten an?

Schau doch mal nach einem Dosha-Test, der dir gefällt und sieh dir das Ergebnis an. Mit deinen Doshas kannst du eine Menge Spaß haben: Leckere Rezepte nachkochen, sich eine „dosha-gerechte“ Massage gönnen und vieles mehr. Es gibt viel zu entdecken — be inspired!

Viel Vergnügen dabei

Sylvia

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