Yogatherapie — Was ist das?

Yogatherapie

Eine Woche ist es her, dass ich meine Yogatherapie-Ausbildung abgeschlossen habe. Anstrengende Tage, aber sehr lehrreich. Die wichtigste Erkenntnis: Sanftes Yoga ist oftmals viel zuträglicher für die Gesundheit.

Aber was ist Yogatherapie überhaupt?

Mittlerweile gibt es dutzende Yogastile: Unaufgeregtes Hatha-Yoga, forderndes Vinyasa-Power-Yoga, schweißtreibendes Bikram-Yoga, trendiges Jivamukti… Die Liste wird immer länger. Yoga ist längst Trend geworden. Was im Westen immer noch eher als stylische Trendsportart gesehen wird, kann viel mehr. Das therapeutische Yoga ist kein Yoga-Stil. Dennoch bedient man sich an klassischen Yoga-Übungen, den Asanas, und wandelt sie ab. Wie jeder Einzelne es gerade braucht.

Für wen ist das geeignet?

Die Yogatherapie ist gerade für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie Fehlhaltungen und Arthrose geeignet. Aber auch andere Erkrankungen wie Asthma, Migräne und Bluthochdruck können gelindert werden. Das können Personen sein, die schon Yogaerfahrung haben, aber auch blutige Anfänger.

Und wie funktioniert das?

In der Yogatherapie ist es nicht das Ziel, eine Asana perfekt auszuführen. Viel mehr wird nach Beschwerdebild entschieden, welche Übungen gemacht werden. Das können dehnende, lockernde und kräftigende Asanas für bestimmte Muskelpartien sein, aber auch beruhigende Atemübungen oder kleine Meditationen. Abgestimmt darauf, wie viel Zeit der Klient mitbringt und wie sein Bewegungsradius ist.

Sollte Yoga nicht immer so sein?

Schön wär’s. Oft wird Yoga nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter“ praktiziert. Es gibt Haltungen, die man sich als Ziel vornimmt, ohne einen bestimmten Nutzen zu haben. Ganz im Gegenteil: Manche können sogar ziemliche Schäden anrichten. Der Kopfstand ist so ein schönes Beispiel. Viele trainieren ihn, um von der tollen Wirkung der Umkehrhaltung zu profitieren und merken nicht, wie sie ihrer Halswirbelsäule schaden. Ein herabschauender Hund tut’s doch auch, oder?

Wie sieht so eine Therapiestunde aus?

Geübt wird regelmäßig (am besten täglich) zu Hause. Das muss gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Regelmäßigkeit sind hier das A und O. Das Übungsprogramm stellt der Yogatherapeut anhand einer Anamnese zusammen. Gefragt wird hier zum Beispiel, wie lange die Beschwerden schon vorliegen, was sie verstärkt oder erleichtert und natürlich auch getestet, welche Bewegungseinschränkungen bestehen. Die Übungen werden gemeinsam besprochen und ausgeführt und man sieht sich in der Regel in bestimmten Abständen wieder, um Dinge anzupassen oder Asanas auszutauschen. Und natürlich, um Fortschritte festzuhalten!

Alles in allem ist Yogatherapie eine tolle Sache. Sie bietet die Möglichkeit, dass auch bewegungseingeschränkte Personen vom Yoga profitieren können. Der größte Vorteil: Die Übungen sind so sanft, dass man nichts kaputt machen kann. Dennoch sind sie effektiv. Es spricht also nichts dagegen, es mal auszuprobieren, oder? 😉

An der Stelle noch mal lieben Dank an unsere beiden Dozentinnen Nirvana und Susanne (übrigens auch eine Ayurveda-Spezialistin). Und natürlich an unsere tolle kleine Gruppe — es war eine schöne Zeit mit euch 🙂

Alles Liebe

Sylvia

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